Mit diesen in der Osternacht gesungenen Worten wird die Auferstehung Christi seit mehreren Jahrhunderten in den Strassen von Estavayer-le-Lac verkündet.
Bis ins 19. Jahrhundert war es der Sigrist oder Mesmer, der, begleitet von seiner Frau und ein paar Angehörigen, durch die Gassen des Städtchens zog, um allen Einwohnern die Frohbotschaft mitzuteilen. Um 1850 übernahmen die Männer der Stadt diese Aufgabe. Ausgestattet mit einer Wurst und einer gestopften Pfeife, versammelten sie sich kurz vor Mitternacht bei der Pfarrkirche. Mit dem ersten Glockenschlag, der den Tageswechsel ankündigte, ging die Fastenzeit zu Ende. Sie verzehrten ihre Würste und rauchten ihre Pfeife, bevor sie sich auf den Weg durch die Stäffiser Gassen machten, um Christi Auferstehung zu preisen. Heute stimmen die rund vierzig Männer, die sich zur Pflege des alten Brauchs versammeln, auf Schlag Mitternacht den Hymnus an. Die von Fackelträgern begleitete Prozession bewegt sich singend und betend mehr als eine Stunde lang durch alle Viertel der Altstadt. Nach Abschluss der Prozession versammeln sich die Sänger in einem Wirtshaus der Stadt, wo sie in fröhlicher Runde ein Sauerkrautgericht verzehren und dazu ein Glas Rotwein trinken, um auf diese Weise kundzutun, dass die Fastenzeit vorbei ist.



